Eine bestimmte Frage höre ich immer wieder von Kunden: Wie fühlt es sich an, wenn man unter Sauerstoffmangel (Hypoxie) trainiert? Einige denken, sie würden sich unwohl fühlen oder Schmerzen haben, die Mehrheit hingegen hat überhaupt keine Vorstellung und ist eher neugierig auf die neue Erfahrung.

Am häufigsten wird mir diese Frage am Telefon gestellt, wo ich sie nur schwer beantworten kann. Daher sage ich immer, dass für jeden das Gefühl des Sauerstoffmangels unterschiedlich ausfällt. Viele Effekte werden sehr individuell wahrgenommen, und die Erfahrungen auf Höhen oberhalb von 4.000 Metern können sich von Person zu Person sehr stark unterscheiden. Daher empfehle ich jedem, es selbst auszuprobieren.

Da das für viele noch nicht die Antwort ist, nach der sie gesucht haben, will ich nun in diesem Blogpost versuchen, das Gefühl der Hypoxie zu beschreiben.

Wie entsteht der Sauerstoffmangel in der Höhe?

Das Gefühl für den Sauerstoffmangel hängt natürlich sehr davon ab, wie viel Sauerstoff sich in der Luft befindet. Auf 2.500 Metern sind das noch 14,9 %. Das sind 30 % weniger als der Sauerstoffgehalt auf Meereshöhe, hier bestehen 21 % der Luft aus Sauerstoff. Bei einer Höhe von 5.000 Metern sind nur noch 10,5 % Sauerstoff in der Luft vorhanden, was etwa der Hälfte des Sauerstoffs auf Meereshöhe entspricht.

Der Sauerstoffmangel in den Bergen entsteht durch ein Absinken des Luftdrucks. Auf einer Höhe von 5.000 Metern ist der Druck nur halb so groß wie auf Meereshöhe und damit befinden sich in einem Liter Luft auch nur halb so viele Sauerstoffmoleküle. Das bedeutet also, dass in der Luft immer 21 % Sauerstoff vorhanden sind, egal, ob man sich auf Meereshöhe befindet oder auf 10.000 Meter.

Erst in der Stratosphäre (ca. 15.000 Meter Höhe) ändert sich die Zusammensetzung der Luft, weil hier das Ozon als ein weiterer Bestandteil der Luft hinzukommt.

Im Höhentrainingsraum im himaxx reduzieren wir zur Simulierung der Höhe nicht den Druck, sondern direkt die Anzahl der Sauerstoffmoleküle. In einem Liter Luft befindet sich im himaxx-Höhentrainingsraum damit genauso viel Sauerstoff wie in einem Liter Luft auf einem Berg mit entsprechender Höhe.

Cross - Country Biker im Wettkampf

Das Gefühl des Sauerstoffmangels bis 3.000 Meter Höhe

Auf unserer niedrigsten Trainingshöhe von 2.500 Metern ist der Sauerstoffmangel beim Betreten des Höhentrainingsraums nicht zu spüren. Was man aber bemerkt, ist die Lüftungsanlage, die die Temperatur, die Luftfeuchte und den Sauerstoffgehalt im Raum kontrolliert. Meist ist es außerhalb des Raumes wärmer als drinnen und die kalte und saubere Luft fällt als Erstes auf.

Sobald man sich allerdings zu bewegen beginnt, spürt man den Einfluss der Höhe deutlich. Wie man das bemerkt, kommt jedoch auf den eigenen Trainingszustand an: Je mehr Erfahrung man mit Ausdauertraining hat, desto schneller merkt man, dass der Sauerstoffmangel die Leistungsfähigkeit stark reduziert.

Trainiert man mit seiner normalen Geschwindigkeit, fühlt man sich schneller müde. Man muss sich zunächst einmal an die Höhe gewöhnen – das bedeutet, die Geschwindigkeit etwas zu reduzieren. Bis 3.000 Meter Höhe kann die anfängliche Gewöhnung an die Höhe bis zu 30 Minuten dauern. Diese Zeit reduziert sich umso mehr, je häufiger man dem Sauerstoffmangel ausgesetzt ist.

Wenn man als Untrainierter in die Höhe kommt, merkt man den direkten Einfluss der Höhe während des Trainings nicht. Den Unterschied merkt man erst danach, wenn eine leichte Erschöpfung einsetzt. Die Muskulatur fühlt sich hingegen immer noch frisch an.

Im zweiten Teil der Serie geht es um um das Gefühl auf Höhen bis 10.000 Meter.