Gestern kam Laura in das himaxx und wollte sich darüber informieren ob eine Vorakklimatisation für Ihre anstehende Trekkingtour sinnvoll wäre. Ich fragte Sie nach ein paar Details der Tour, z.B. wo es hingeht, wie viele Tage Sie unterwegs sein wird, welche Höhen erreicht werden und auf welchen Höhen geschlafen wird.

Laura erzählte, dass die Trekkintour in den Alpen stattfinden wird und das die Gruppe über mehrere Tage bis auf eine Höhe von 4500 Metern klettern wird. Die höchste Schlafhöhe wird am 8. Tag bei einer Höhe von 4000 Metern erreicht werden.

Trekking Höhen in den Alpen

In einer Höhe von 4000 Metern in den Alpen zu wandern und zu klettern ist eine anstrengende Sache und sollte nicht unterschätzt werden. In den Anden oder dem Himalaya können Sie natürlich sehr viel einfacher sehr viel Höher steigen ohne klettern zu müssen. In den Alpen kommen Sie leider nicht über den Mount Blanc mit 4810 Metern hinaus.

Beim Trekking in den Alpen wird meist sehr langsam aufgestiegen und nur für kurze Zeit, werden Höhen über 4000 Meter erreicht. Das langsame Aufsteigen hilft dem Körper sich besser an die Hypoxie anzupassen, zusätzlich kommt er nie in die Lage extreme Höhe von 5000+ Meter aushalten zu müssen.

Muss ich dann ein Vorakklimatisation für die Alpen machen?

Eine Vorakklimatisation soll den Körper auf die Hypoxie vorbereiten, so dass er sich bei der späteren Trekkingtour leichter an den schnellen Aufstieg gewöhnen kann. Die Vorakklimatisation unterstützt nur die Vorort-Anpassung, macht sie aber nicht überflüssig.

Aus meiner Sicht heisst das, wenn ich genügend Zeit für den Aufstieg plane und eine gute Höhentaktik wähle, dann sollte ich auch alle meine Bergziele erreichen. Es kommt natürlich auch auf die eigene Fitness und die Sensibilität für die Hypoxie an.

Laura erzählte weiter, dass Sie bereits Trekking Erfahrungen gesammelt hat und dieses Jahr schon auf über 4000 Meter geklettert ist. Meine wichtigste Frage war dann, wie Sie sich in der dieser Höhe gefühlt hatte und ob Symptome der AMS aufgetreten sind. Sie sagte, dass Sie keine Probleme hatte und keinerlei Symptome zu merken waren.

Für mich war damit klar, dass Laura sehr wahrscheinlich auch OHNE Vorakklimatisation durch Höhentraining viel Spass und Erfolg auf ihrer Trekkingtour haben wird. Dieses Gefühl hatte auch Laura, sie war aber verunsichert, weil andere Personen aus Ihrer Trekking Gruppe meinten, dass eine Vorakklimatisation äußerst wichtig wäre.

Für wen ist eine Vorakklimatisation nötig und wichtig?

Es gibt eine paar Bedingungen die von der Trekkingtour erfüllt sein müssen, damit ich jemandem eine Vorakklimatisation mit Höhentraining empfehlen kann. Mir ist es wichtig, dass Sie von dem von dem Training profitieren, weil Sie es wirklich brauchen. Diese Punkte sind oft von den Trekkingtouren auf den Kilimandscharo, in den Anden und zum Basecamp im Himalaya erfüllt.

  • Trekking Höhe über 5000 Meter
  • Schlafhöhe über 4000 Meter
  • Keine oder wenige Akklimatisationstage
  • Aufstieg von mehr als 500 Höhenmeter pro Tag
  • Hauptteil der Tour liegt über 3500 Meter Höhe
  • Geringe oder keine Trekking Erfahrung

Ich denke eine Vorakklimatisation ist sinnvoll, wenn Sie in sehr kurzer Zeit (1-4 Tage) auf eine sehr hohe Höhe (4000+ Meter) steigen und damit wenig Zeit zur Anpassung haben.

Wer noch nie auf einer Trekkingtour war, sollte sich auch Vorbereiten, um ein Gefühl für die Auswirkungen der Hypoxie und der AMS auf den eigenen Körper zu entwickeln. Neben der Vorakklimatisation ist dabei auch ein auf das Trekking ausgerichtete Fitnesstraining wichtig.

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